An einem Abend im März 1958 trafen sich 6 junge Männer zu einer Besprechung in der Gastwirtschaft Weiß in Pullenreuth. Sie hatten sich vorgenommen einen Schützenverein ins Leben zu rufen. Anwesend waren auch der Gauschützenmeister Karl Schraml sowie der damalige Gauschießleiter Arno Groll als Vertreter des Schützengaues Armesberg.

Zur Anschaffung eines neuen Gewehres fehlte das Geld. So versprach Schraml, um dem Ganzen Bewegung zu verschaffen, leihweise ein Luftgewehr und einen Scheibenzug vom Schützenverein Waldeck zur Verfügung zu stellen. Dieser Vorschlag wurde von allen mit Freude und Begeisterung angenommen. Das erste Problem war somit vorerst gelöst.

Bereits 14 Tage später, am 28. März 1958, fand dann im gleichen Lokal die offizielle Gründungsversammlung statt. Wie aus der ersten Mitgliedermeldung hervorgeht, konnten 20 Schützen dem Oberpfälzer Schützenbund gemeldet werden, und zwar waren dies folgende Gründungsmitglieder:

Wegmann Ferdinand +

Ernst Eduard +

Karger Rudolf

Schmidt Herbert

Lehmann Paul +

Übelmesser Hubert

Köstler Franz +

Weinisch Johann +

Bäumler Richard +

Müller Josef

Weiß Josef jun. +

Kraus Heinrich +

Pinzer Eduard

Butz Johann +

Haider Alois +

Hecht Hubert

Haider Hans +

Hecht Otto +

Hecht Alfons +

Krumholz Walter


Aus der Wahl zum 1. Vorstand ging Ferdinand Wegmann hervor. Desweiteren wurde Alois Haider als Schießleiter, Rudolf Karger als Kassier und Franz Köstler als Schriftführer gewählt. Es wurde beschlossen, jeden Freitag im Gasthof Weiß einen Schießabend abzuhalten. Diese Schießabende waren dann auch von Anfang an gut besucht. Jeder freute sich auf die im Geiste aufrichtiger Kameradschaft getragenen Zusammenkünfte. Geschossen wurde zunächst mit dem geliehenen Luftgewehr auf einem im Vereinszimmer angebrachten Behelfsstand. Da der Platz nicht ausreichte, mußte durch die Tür in die Garderobe gezielt werden. So passierte es auch einmal, daß ein Schütze nicht durch die Tür traf, sondern statt dessen das Oberlicht durchschoß. Rasch steigert sich das Interesse am sportlichen Wettkampf. Besonderen Ehrgeiz zeigten die Schützen beim Erwerb der Schießauszeichnungen. Bald erhielt der Verein auf Initiative des Vereinswirtes von der Kaiserhof-Brauerei Marktredwitz ein eigenes Luftgewehr. Da die Mitgliederzahl des Vereins ständig wuchs, war es notwendig eine vorschriftsmäßige Schießanlage im Weißsaal zu errichten. Auf drei Ständen wurden nun regelmäßig die Schießabende abgehalten. Im Jahre 1959 wurde zum ersten Male ein Königsschießen durchgeführt, wobei der 1. Vorstand Ferdinand Wegmann zugleich 1. Schützenkönig wurde. Ein Jahr später begann man dann mit dem Ausschießen des Vereinsmeisters.

Zur Tradition ist das jährlich in der Weihnachtszeit stattfindende Nußschießen geworden, welches sich großer Beliebtheit unter allen Mitgliedern erfreut. Außerdem blieb bei diesem Schießen immer ein kleiner Betrag für die Vereinskasse übrig. Tanzveranstaltungen und Kappenabende erbrachten weitere erfreuliche Einnahmen. Somit konnte alsbald an die Anschaffung neuer Gewehre gedacht werden. Auf Grund des regen Schießbetriebes wurde die Schießanlage im Jahre 1971 auf 5 Stände erweitert. Die Schützengesellschaft 1958 e.V. Pullenreuth nahm immer gern und zahlreich an Preisschießen und Festlichkeiten anderer Vereine teil. Vom 19.11. bis 28.11.1971 wurde ein eigenes Preisschießen auf Gauebene durchgeführt. Viele Schützen beteiligten sich daran. So wurde dieses Preisschießen für den Verein zu einem vollen Erfolg.

Waren es im Jahre 1958 bei der Gründung des Vereins 20 Mitglieder, so zählte der Verein im Jahr 1972 immerhin 95 Mitglieder, darunter seit geraumer Zeit auch einige aktive Schützenschwestern. Was aber immer noch fehlte, war eine eigene Fahne. So wurde im Sommer 1971 die Anschaffung einer solchen beschlossen und noch im Herbst von der Fa. Koch in Coburg gekauft. Die Weihe dieser Fahne fand vom 14. bis 17. Juli 1972 statt. Das Amt des Fahnenjunkers übernahm Josef David, Fahnenbraut war Alice Haider.

Die Mitglieder der SG Pullenreuth mit Festdamen, Fahnenbraut und Fahnenjunker

vor der Pfarrkirche St. Martin in Pullenreuth


1980 fand dann der 1. Führungswechsel in der Geschichte des Vereins statt. Ferdinand Wegmann dankte nach 22 Jahren ab, der bisherige Schießleiter Heinrich Michl übernahm kommissarisch die Führung bis zur nächsten Vorstandswahl. Bei der Jahreshauptversammlung 1981 wurde Heinrich Michl dann einstimmig als 1. Vorstand bestätigt. Desweiteren wurde gewählt:
2. Vorstand: Martin Hönick
1. Schießleiter: Norbert Karger, 2. Schießleiter: Reinhard Englmann, Jugendschießleiter: Josef Maschauer,
Kassiererin: Paula Hönick, Schriftführer: Karl Köstler
Damenleiterinnen: Anni Philberth und Hannelore Gärtner, Organisationsleiter: Norbert Gärtner
Fahnenträger: Norbert Gärtner, Norbert Karger, Karl Köstler
Kassenrevisoren: Hannelore Gärtner, Alfons Wegmann

Um die Verdienste zu würdigen, stellte Heinrich Michl an die Versammlung den Antrag, Ferdinand Wegmann zum Ehrenvorsitzenden zu ernennen. Dieser Vorschlag wurde einstimmig angenommen. Daraufhin überreichte Michl an Wegmann eine Ehrenurkunde und ein kleines Präsent mit der Bitte, dem Verein weiterhin mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Im Laufe der Jahre stieg die Zahl der Mitglieder, und so wurde seit 1981 über den Bau eines eigenen Schützenhauses nachgedacht. Doch es waren noch viele Hürden zu überwinden. Wo sollte das neue Heim stehen. Wie sah es mit der Finanzierung aus. Was kann an Eigenleistung erbracht
werden. Dies sind nur einige Punkte, die den damaligen Vorstand Heinrich Michl etliche graue Haare wachsen ließen. Doch gemeinsam mit der Gemeinde und dem unermüdlichen Einsatz des Vorstandes wurde doch noch ein entsprechender Platz gefunden.

Im Jahre 1987 ist der Pullenreuther Triathlon entstanden. Mit dem Turn und Sportverein Pullenreuth wird nun jedes Jahr ein Wanderpokal ausgefochten. Die beiden Vereine messen sich im Tischtennisspielen, im Schießen und im "Spickern". Logischerweise hat der TuS beim Tischtennisspielen die Nase vorne, doch beim Schießen kann die Schützengesellschaft dann den Punktverlust wieder ausgleichen. Die Entscheidung, wer nun letztendlich den Pokal für 1 Jahr gewinnt, fällt dann jedesmal beim "Spickern". Diese Disziplin ist jedesmal eine Attraktion, da sie erst beim Weißbierfest ausgetragen wird und jede Menge Zuschauer die Fehlwürfe beobachten können.

1988 wurde dann das Pullenreuther Bürgerschießen eingeführt. Bei diesem Wettkampf können Bürgerinnen und Bürger aus dem Gemeindebereich Pullenreuth ihr Geschick mit dem Luftgewehr unter Beweis stellen. Damen und Herren werden getrennt gewertet. Für die 3 Erstplatzierten gibt es herrliche Pokale zu gewinnen. Natürlich wird auch eine Bürgerkönigin und ein Bürgerkönig ausgeschossen. Für Firmen und Vereine wurde die Mannschaftswertung eingeführt. Auch hier gibt es für die ersten 3 Pokale.

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